Schulungsbeschreibung

Diese Seite enthält eine Beschreibung des Schulungsprogramms (zurück zur Schulungsübersicht):
Blutglukose Wahrnehmungs-Training (BGAT)

Allgemeine Angaben

Zusammenfassung

Autoren Autoren bzw. Herausgeber des Programms

Fehm-Wolfsdorf, Kerner, Peters
Medizinische Universität zu Lübeck Klinik Karlsburg

mit Unterstützung der Deutschen Diabetesstiftung

Es handelt sich um die deutschsprachige Version des Blood Glucose Awareness Training (Cox et al.)

Kurzbeschreibung Die zentralen Informationen zur Schulung auf einen Blick.

Beim "Blutglukose Wahrnehmungs-Training" handelt es sich um die deutschsprachige Version des Blood Glucose Awareness Training (BGAT III). Es existiert kein Schulungsmanual, in dem die Schulungsdurchführung standardisiert beschrieben ist. Das Trainingshandbuch für Patienten beschreibt die Themen ausführlich und enthält Arbeitsmaterialien. Die Schulung wird von autorisierten Trainern (Arzt, Psychologe oder Diabetesberater) nach Teilnahme an einem Train-the-Trainer- (TTT-) Workshop durchgeführt.

Ziel des Programms ist eine verbesserte Wahrnehmung und Behandlung extremer Blutzuckerwerte (Hypo- und Hyperglykämien) bei Patienten mit Typ-1-Diabetes. Es ist sowohl im ambulanten als auch stationären Setting realisierbar, wobei eine ambulante Durchführung vorzuziehen ist. Die acht Lektionen des Programms werden in acht Doppelstunden im wöchentlichen Abstand absolviert. Das Programm ist als Gruppenkurs für 6 bis 8 Teilnehmer konzipiert, aber auch für Einzelpersonen durchführbar.

Schlagwort Die Keywords, unter denen die Schulung eingeordnet ist.

Bezugsquellen und -bestimmungen

Bezug Veröffentlichungsangaben zum Programm (bei nicht veröffentlichten Programmen: Ansprechpartner für den Bezug)

Fehm-Wolfsdorf, G., Kerner, W. & Peters, A. (2001). Blutglukose Wahrnehmungs-Training, 2. Auflage. (BGAT III)

Redaktion und Vertrieb:
Prof. Dr. Gabriele Fehm-Wolfsdorf
Lübecker Institut für Verhaltensmedizin
Fleischhauerstr. 26
23552 Lübeck

info@livm-online.de

Kosten Kosten des Manuals (bei publizierten Manualen)

k.A.

Lizenz Lizenzierungsbestimmungen, die bei der Übernahme eines Programms zu beachten sind. Steht hier "publiziert", ist das Manual veröffentlicht und kann über den Buchhandel bezogen werden.

Durchführung nur durch autorisierte BGAT-Trainer

Stand Jahr bzw. Auflage, auf die sich die Informationen dieses Steckbriefs beziehen

  1. Auflage 2001

Anmerkungen Anmerkungen zum allgemeinen Teil

Inhalte

Zielgruppe der Schulung

Fachgebiet/Indikation Die Indikation(en), für die das Programm entwickelt wurde (und für welche es darüber hinaus geeignet ist)

  • Endokrinologie/Stoffwechselkrankheiten

Erkrankung/Thema Eingrenzung des Themas des Programms: Zum Beispiel die Krankheit, für die mit dem Programm geschult wird oder das Thema, das behandelt wird.

Diabetes Typ 1, Hypoglykämie

Zielgruppe der Schulung Gibt an, für welche Zielgruppe das Programm entwickelt wurde.

  • Erwachsene

Ausschlusskriterien Kriterien, nach denen das Programm für bestimmte Personen nicht geeignet ist (z. B. Komorbidität, Alter, Sprache, Geschlecht).

k.A.

Besondere Zielgruppenkriterien Personengruppen, für die das Programm besonders geeignet ist.

Patienten mit Typ 1 Diabetes, insbesondere:

  • langjährige Typ-1-Diabetiker mit Hypoglykämie-Wahrnehmungsstörungen
  • Patienten mit Hypoglykämieangst

Durchführung und Themen

Setting Kann das Programm ambulant und/oder stationär eingesetzt werden?

für ambulantes und stationäres Setting umsetzbar

Teilnehmerzahl Im Manual festgelegte Unter- und Obergrenze

Durchführung als Gruppenkurs (6 - 8 Teilnehmer) oder für Einzelpersonen

Anzahl der Einheiten Anzahl der Einheiten (Stunden, Treffen, Sitzungen), die das Manual vorsieht.

8 Einheiten

Dauer einer Einheit Verschiedene Längenangaben mit vorangestellten Zahlen bedeuten, dass die Einheiten unterschiedlich lang sind.

k.A.

Frequenz der Einheiten Der Zeitraum, in dem eine komplette Schulung idealerweise stattfinden soll bzw. die Zeit, die mindestens zwischen den Einheiten liegen sollte.

wöchentlich

Ziele der Schulung Welche Ziele werden mit dem Programm verfolgt? Anmerkungen hierzu:
Training von Fertigkeiten: bezieht sich auf das konkrete Einüben von Fertigkeiten, die in engem Zusammenhang mit Erfordernissen der Krankheit stehen.
Einstellung zu gesundheitsgerechtem Lebensstil: Das Ziel ist im Manual eindeutig thematisiert (z. B. über ein explizites Lernziel) und nimmt im Unterrichtsplan einen gewissen Umfang ein.
Unterstützung zur Reduktion von Angst und Depressivität: Umfasst emotionale Aspekt der Krankheitsbewältigung (auf den Begriff der Krankheitsbewältigung wird verzichtet, da der Begriff sehr unterschiedlich verwendet wird). Der Punkt umfasst auch Aspekte der Stressbewältigung, wenn es um die Bewältigung von Stress geht, der durch die Krankheit hervorgerufen wurde
Training der sozialen Kompetenz: Auch hier steht die Einübung krankheitsspezifischer Kompetenzen im Vordergrund

  • Wissenserwerb
  • Training von Fertigkeiten
  • Training der (krankheitsbezogenen) sozialen Kompetenz

Themen der Schulung Eine kurzes Inhaltsverzeichnis, das eine Übersicht darüber gibt, welche Themen behandelt werden.

  1. Einführung - Motivation und Arbeit mit Fehlertafel und Tagebüchern
  2. innere Signale: körperliche Symptome
  3. innere Signale: Leistungseinbußen
  4. innere Signale: Stimmungen und Gefühle
  5. äußere Signale: Insulin und Tageszeit
  6. äußere Signale: Nahrung und Insulin
  7. äußere Signale: Aktivität, Nahrung und Insulin
  8. Weiterarbeiten mit dem BGAT

Anmerkungen/Sonstiges Anmerkungen zu den Themen und Inhalten.

Lernziele werden im Trainingshandbuch definiert.

Didaktik und Methoden

Benutzte Methoden

Methodenliste Die Unterrichtsmethoden, die das Manual vorsieht, um die Lernziele umzusetzen.

  • sonstiges

Anmerkungen zu den Methoden

Es werden keine Angaben hinsichtlich Methoden zur Durchführung in einer Kleingruppe gemacht.

Die jeweils relevante Lektion ist vom Patienten zur Sitzung vorbereitend zu lesen. Nach der Sitzung folgt die Bearbeitung von Hausaufgaben (z.B. Führen eines BG-Wahrnehmungstagebuchs), welche beim folgenden Kurstermin besprochen werden.

Strukturierungsgrad des Konzepts

Gruppenstruktur Gibt an, ob das gesamte Programm oder Teile nur in geschlossenen oder offenen Gruppen durchgeführt werden sollte.

k.A.

Strukturierungsgrad-Methoden Gibt an wie detailiert den einzelnen Lernzielen konkrete Methoden bzw. Übungsanleitungen zugeordnet sind. .

k.A.

Strukturierungsgrad-Zeit Ein hoher zeitlicher Strukturierungsgrad bedeutet, dass im Manual detailierte Zeitvorgaben für die einzelnen Elemente einer Lehreinheit gemacht werden.

k.A.

Strukturierungsgrad-Ablauf Ist der Ablauf der Schulungselemente festgelegt oder können bspw. einzelne Module ausgetauscht oder herausgenommen werden?

k.A.

Anmerkungen Anmerkungen zum Strukturierungsgrad des Konzepts

Einbindung externer Ressourcen

Nachsorgemaßnahmen Sind im Manual Maßnahmen für die Zeit nach der Schulung vorgesehen?

k.A.

Vorbereitungsmaßnahmen Sind explizite, vorbereitende Maßnahmen vor Beginn der Schulung vorgesehen?

k.A.

Einbezug von Angehörigen Werden Angehörige einbezogen? Dürfen sie beispielsweise am Unterricht teilnehmen oder werden sie in Übungen eingebunden?

Teilnahme an Einheit 4, in der u.a. der Umgang mit Hypoglykämien in Partnerschaftsbeziehungen thematisiert wird.

Methoden zum Alltagstransfer Das Manual enthält Methoden, die sich explizit mit der konkreten Umsetzung von Lerninhalten in den Alltag der Teilnehmer auseinander setzen.

Einüben der Selbstbeobachtung zur Hypoglykämiewahrnehmung (BG-Wahrnehmungstagebuch, persönliche Hypoglykämiewarnzeichen)

Einbezug von Selbsthilfeorganisationen Werden Adressen von Selbsthilfeorganisationen genannt? Wird Kontakt mit Organisationen aufgenommen? Wird ein Vertreter als Gast eingeladen oder eine Selbsthilfeorganisation besucht?

k.A.

Sonstiges Anmerkungen zur Einbindung der Schulung.

Rahmenbedingungen

Angaben zu den Dozenten

Personal Das Personal (Berufsgruppen), die für die Durchführung der Schulung benötigt werden.

Arzt; Psychologe; Diabetesberater

Qualifikation des Personals Zur Qualifizierung der Schulungsleiter ist eine Fortbildung (z. B. in Form eines Train-The-Trainer-Seminars) empfohlen oder voraussgesetzt.

Ausbildung zum autorisierten BGAT-Trainer (siehe Fortbildung)

Besonderheiten Gibt es bezüglich des Personals Besonderheiten zu beachten?

Ausstattung und Materialien

Materialien der Schulung In der Schulung enthaltene Materialien.

Trainingshandbuch für Patienten inkl. Arbeitsblätter

Räumliche Voraussetzungen Sind zur Durchführung besondere Räumlichkeiten oder Einrichtungsaspekte notwendig?

k.A.

Besondere materielle Voraussetzungen Sind zur Durchführung besondere Gerätschaften oder Gegenstände notwendig?

k.A.

Evaluation und Publikationen

Evaluation Beschreibung der Evaluationsstudie zum Programm (falls vorhanden).

Quelle

Schachinger et al. (2005). Randomized controlled clinical trial of Blood Glucose Awareness Training (BGAT III) in Switzerland and Germany. J-Behav-Med. 2005 Dec; 28(6): 587-94

Beteiligte

  • Department of Clinical Physiology, FB I Psychobiology, University of Trier, Germany.
  • Psychosomatic Medicine, Department of Internal Medicine, University Hospital, Basel, Switzerland.
  • Endocrinology, Diabetology and Clinical Nutrition, Department of Internal Medicine, University Hospital, Basel, Switzerland.
  • Diabetes Center, Bad Mergentheim, Germany.
  • Diabetes Outpatient Clinic, Olten, Switzerland.
  • Lübeck Institute of Behavioral Medicine, Lübeck, Germany.
  • Psychiatric Medicine, University of Virginia, Charlottesville, Virginia.
  • Diabetes outpatient center practice, Solothurn, Switzerland.
  • Diabetes outpatient center practice, Aarau, Switzerland.
  • Diabetes outpatient center practice, Winterthur, Switzerland.
  • Diabetes outpatient center practice, Luzern, Switzerland.
  • Kontonspital Luzern, Switzerland.

Kontext

multizentrische Studie an 6 Einrichtungen

Evaluationsart

summativ

Design

randomisierte kontrollierte Studie

Stichprobe

Patienten mit Diabetes mellitus Typ 1 (mit intensivierter Insulintherapie, 3-5; Insulingaben täglich, mind. 3 Blutzuckerbestimmungen täglich)

138 Studienteilnehmer, ausgeschlossen für die Analysen wurden n=13 wegen Drop-out bei Follow-up und n=14, die an weniger als 50% der Gruppensitzungen (IG,KG) teilgenommen hatten. D.h. N=111 für die Auswertungen.

Kontrollgruppe

Interventionsgruppe (IG): BGAT III, 8 Einheiten à 2 Stunden, Kleingruppen mit 5-12 Patienten

Kontrollgruppe (KG): 3 monatliche Einheiten à 2 Stunden, Kleingruppen mit 5-12 Patienten, Themen: akutelle Probleme mit dem Diabetes, Stress und Diabetes, Anatomie und Physiologie, körperliche Aktivität, Diabetes am Arbeitsplatz, Partnerschaftskonflikte, Erfahrungen.

Gruppenzuweisung

Parallelisierung nach Alter und Diabetesdauer; dann randomisierte Zuweisung der Paarlinge auf die 2 Behandlungsbedingungen.

Gruppengröße

IG: n=56 KG: n=55

Katamnese

  • t0: baseline
  • t1: 1-6 Monate nach Intervention
  • t2: 7-12 Monate nach Intervention

Erhebungsinstrumente

  • Blutzucker (BZ-Tagebuch)
  • schwere Hypoglykämien (Tagebuch, Fragebogen, ggf. Interviews mit Patient/Partner/Arzt)
  • HbA1c (Arztmessung)
  • Diabetes-spezifische Kontrollüberzeugungen (Fragebogen, Kohlmann et al.)
  • Lebensqualität diabetesspezifisch (Fragebogen, Bradley et al.)
  • Lebensqualität allgemein/Stimmung (Fragebogen, Dahlbert et al.)
  • Subskalen des Fragebogens zur Hypoglykämieangst (Irvine et al.)

Schulungsleiter

IG: Arzt und Psychologe. Um gleiche Qualität in den Studienzentren sicherzustellen war einer der Gruppenleiter ein geschulter Psychologe des Basler Studienteams.

KG: Arzt

Primäre Zielgrößen

IG berichtet signifikant weniger schwere Hypoglykämien (t2), verbesserte Wahrnehmung geringer (t1,t2) und hoher (t2) Blutzuckerwerte, weniger externale Kontrollüberzeugungen (t2), weniger Unvorhersagbarkeit (t2).

Effektgrößen werden nicht berichtet. Nicht signifikante Ergebnisse werden berichtet.

Weitere Zielgrößen

Es wird nicht zwischen primären und sekundären Zielgrößen unterschieden.

Sonstige Publikationen Übersichtsartikel, Poster, Pressemitteilungen etc.

Cox et al. (2001). Blood Blucose Awareness Training (BGAT-2). Diabetes Care, 24 (4), 637-642.

Schachinger et al. (2005). Randomized controlled clinical trial of Blood Glucose Awareness Training (BGAT III) in Switzerland and Germany. J-Behav-Med. 2005 Dec; 28(6): 587-94

Fortbildung (Trainer (TTT)-Seminare)

TTT-Angebot zum Programm Existiert ein externes Fortbildungs (Train-The-Trainer)-Angebot zum Schulungsprogramm?

ja

Verweis auf TTT-Angebot Wer führt die TTT-Maßnahme durch? Wo ist zusätzliche Information zu finden?

www.bgat.de

Lübecker Institut für Verhaltensmedizin
Prof. Dr. Gabriele Fehm-Wolfsdorf
Fleischhauerstr. 26
23552 Lübeck
Tel.: 0451/7063350
info (AT) livm-online.de

Beschreibung in der TTT-Börse des Zentrums

Sonstiges

Anmerkungen gesamt Anmerkungen zum gesamten Schulungsprogramm

Die Angaben beruhen auf Informationen aus dem Trainingshandbuch und der Internetseite www.bgat.de

Stand der Information Wann wurde dieser Steckbrief erstellt?

21.02.2007

Bitte beachten Sie:
Die Daten und Beschreibungen zu den Schulungsprogrammen wurden von uns intensiv geprüft. Wir können dennoch keine Garantie für die vollständige Richtigkeit und Aktualität der hier dargestellten Information geben. Sollten Sie einen Fehler oder eine Unschlüssigkeit finden, freuen wir uns über konstruktive Rückmeldungen an kontakt (AT) zentrum-patientenschulung.de.

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© Zentrum Patientenschulung - Letztes Änderungsdatum dieser Seite: 06.03.2017