Schulungsbeschreibung

Diese Seite enthält eine Beschreibung des Schulungsprogramms (zurück zur Schulungsübersicht):
MoVo-LISA (Lebensstil-Integrierte Sportliche Aktivität)

Allgemeine Angaben

Zusammenfassung

Autoren Autoren bzw. Herausgeber des Programms

Wiebke Göhner, Reinhard Fuchs
Universität Freiburg

mit Unterstützung der BfA (Berlin)

Kurzbeschreibung Die zentralen Informationen zur Schulung auf einen Blick.

Das Interventionsprogramm "MoVo-LISA (Lebensstil-Integrierte Sportliche Aktivität)" ist auf den Aufbau eines körperlich-aktiven Lebensstils bei Erwachsenen gerichtet. Es wurde im Setting der stationären medizinischen Rehabilitation entwickelt, ist jedoch auch im ambulanten Rahmen durchführbar. Ziel des Programms ist die Veränderung des Bewegungsverhaltens, die theoretische Grundlage stellt das MoVo-Prozessmodell dar. Daher werden motivationale Aspekte (Bildung einer Zielintention) und volitionale Umsetzungskompetenzen vermittelt. "MoVo-LISA" wird in Kleingruppen von 6 Teilnehmern in drei Einheiten (2 Gruppensitzungen, 1 Einzelgespräch) durchgeführt. Eine Schulung für den Moderator (Train-the-Trainer-Seminar) wird angeboten. Studien zur summativen Evaluation liegen vor.

Schlagwort Die Keywords, unter denen die Schulung eingeordnet ist.

Bezugsquellen und -bestimmungen

Bezug Veröffentlichungsangaben zum Programm (bei nicht veröffentlichten Programmen: Ansprechpartner für den Bezug)

Göhner, W. & Fuchs, R. (2007). Änderung des Gesundheitsverhaltens. MoVo-Gruppenprogramme für körperliche Aktivität und gesunde Ernährung. Göttingen: Hogrefe. (Kapitel 3: MoVo-LISA: Ein Kleingruppenprogramm in drei Einheiten, S. 17-75)

ISBN: 978-3801720476

Kosten Kosten des Manuals (bei publizierten Manualen)

29,95 Euro (Stand Juni 2011)

Lizenz Lizenzierungsbestimmungen, die bei der Übernahme eines Programms zu beachten sind. Steht hier "publiziert", ist das Manual veröffentlicht und kann über den Buchhandel bezogen werden.

publiziert

Stand Jahr bzw. Auflage, auf die sich die Informationen dieses Steckbriefs beziehen

2007

Anmerkungen Anmerkungen zum allgemeinen Teil

Im o.g. Buch wird neben der Kurzintervention MoVo-LISA auch das Gruppenprogramm MoVo-LIFE detailliert vorgestellt.

Inhalte

Zielgruppe der Schulung

Fachgebiet/Indikation Die Indikation(en), für die das Programm entwickelt wurde (und für welche es darüber hinaus geeignet ist)

  • indikationsübergreifend

Erkrankung/Thema Eingrenzung des Themas des Programms: Zum Beispiel die Krankheit, für die mit dem Programm geschult wird oder das Thema, das behandelt wird.

sportliche Aktivität, Bewegung

Zielgruppe der Schulung Gibt an, für welche Zielgruppe das Programm entwickelt wurde.

  • Erwachsene

Ausschlusskriterien Kriterien, nach denen das Programm für bestimmte Personen nicht geeignet ist (z. B. Komorbidität, Alter, Sprache, Geschlecht).

medizinische Kontraindikationen für körperliche Aktivität

Besondere Zielgruppenkriterien Personengruppen, für die das Programm besonders geeignet ist.

Personen, die ihr Sport- und Bewegungsverhalten ändern wollen (z.B. aus gesundheitlichen Gründen)

Durchführung und Themen

Setting Kann das Programm ambulant und/oder stationär eingesetzt werden?

für ambulantes und stationäres Setting umsetzbar

Teilnehmerzahl Im Manual festgelegte Unter- und Obergrenze

6 Personen

Anzahl der Einheiten Anzahl der Einheiten (Stunden, Treffen, Sitzungen), die das Manual vorsieht.

3 Einheiten (2 Gruppengespräche, 1 Einzelgespräch)

Dauer einer Einheit Verschiedene Längenangaben mit vorangestellten Zahlen bedeuten, dass die Einheiten unterschiedlich lang sind.

60 bzw. 90 Minuten (Gruppengespräche), 10 Minuten pro Einzelgespräch

Frequenz der Einheiten Der Zeitraum, in dem eine komplette Schulung idealerweise stattfinden soll bzw. die Zeit, die mindestens zwischen den Einheiten liegen sollte.

Abstand von ca. 7 Tagen (1. Gruppeng. - Einzelg.) bzw. 1-3 Tage (Einzelg.- 2. Gruppeng.)

Ziele der Schulung Welche Ziele werden mit dem Programm verfolgt? Anmerkungen hierzu:
Training von Fertigkeiten: bezieht sich auf das konkrete Einüben von Fertigkeiten, die in engem Zusammenhang mit Erfordernissen der Krankheit stehen.
Einstellung zu gesundheitsgerechtem Lebensstil: Das Ziel ist im Manual eindeutig thematisiert (z. B. über ein explizites Lernziel) und nimmt im Unterrichtsplan einen gewissen Umfang ein.
Unterstützung zur Reduktion von Angst und Depressivität: Umfasst emotionale Aspekt der Krankheitsbewältigung (auf den Begriff der Krankheitsbewältigung wird verzichtet, da der Begriff sehr unterschiedlich verwendet wird). Der Punkt umfasst auch Aspekte der Stressbewältigung, wenn es um die Bewältigung von Stress geht, der durch die Krankheit hervorgerufen wurde
Training der sozialen Kompetenz: Auch hier steht die Einübung krankheitsspezifischer Kompetenzen im Vordergrund

  • Wissenserwerb
  • Training von Fertigkeiten
  • Einstellung zu gesundheitsgerechtem Lebensstil

Themen der Schulung Eine kurzes Inhaltsverzeichnis, das eine Übersicht darüber gibt, welche Themen behandelt werden.

  1. Gesundheitsziele und Bewegungsideen
  2. Bewegungsplan (Einzelgespräch)
  3. Barrieren und Barrierenmanagement

Anmerkungen/Sonstiges Anmerkungen zu den Themen und Inhalten.

Didaktik und Methoden

Benutzte Methoden

Methodenliste Die Unterrichtsmethoden, die das Manual vorsieht, um die Lernziele umzusetzen.

  • Vortrag
  • Diskussion
  • Einzelarbeit

Anmerkungen zu den Methoden

Von jedem Teilnehmer ist nach der ersten Sitzung ein konkreter Bewegungsplan aufzustellen, der dann im Einzelgespräch besprochen wird.

Strukturierungsgrad des Konzepts

Gruppenstruktur Gibt an, ob das gesamte Programm oder Teile nur in geschlossenen oder offenen Gruppen durchgeführt werden sollte.

k.A.

Strukturierungsgrad-Methoden Gibt an wie detailiert den einzelnen Lernzielen konkrete Methoden bzw. Übungsanleitungen zugeordnet sind. .

hoch

Strukturierungsgrad-Zeit Ein hoher zeitlicher Strukturierungsgrad bedeutet, dass im Manual detailierte Zeitvorgaben für die einzelnen Elemente einer Lehreinheit gemacht werden.

hoch

Strukturierungsgrad-Ablauf Ist der Ablauf der Schulungselemente festgelegt oder können bspw. einzelne Module ausgetauscht oder herausgenommen werden?

hoch

Anmerkungen Anmerkungen zum Strukturierungsgrad des Konzepts

Einbindung externer Ressourcen

Nachsorgemaßnahmen Sind im Manual Maßnahmen für die Zeit nach der Schulung vorgesehen?

Führen eines Bewegungsprotokolls, das 6 Wochen nach Programmende an den Gruppenleiter zurückgeschickt werden soll. Kurztelefonat 7 Wochen nach Programmende zu Erfahrungen mit der Umsetzung sowie ggf. Beratung bei Schwierigkeiten.

Vorbereitungsmaßnahmen Sind explizite, vorbereitende Maßnahmen vor Beginn der Schulung vorgesehen?

k.A.

Einbezug von Angehörigen Werden Angehörige einbezogen? Dürfen sie beispielsweise am Unterricht teilnehmen oder werden sie in Übungen eingebunden?

k.A.

Methoden zum Alltagstransfer Das Manual enthält Methoden, die sich explizit mit der konkreten Umsetzung von Lerninhalten in den Alltag der Teilnehmer auseinander setzen.

Entwicklung eines konkreten verbindlichen Umsetzungsplans für sportliche Aktivität (Bewegungsplans) und Führen eines Protokolls über dessen Verwirklichung nach Ende der Schulung. Erarbeitung persönlicher Strategien zur Überwindung von Ausführungshindernissen.

Einbezug von Selbsthilfeorganisationen Werden Adressen von Selbsthilfeorganisationen genannt? Wird Kontakt mit Organisationen aufgenommen? Wird ein Vertreter als Gast eingeladen oder eine Selbsthilfeorganisation besucht?

k.A.

Sonstiges Anmerkungen zur Einbindung der Schulung.

Auf eine gute Einbettung des Programms in das Behandlungskonzept der Einrichtung wird hingewiesen (u.a. Informiertheit aller Ärzte/Therapeuten über das Programm).

Rahmenbedingungen

Angaben zu den Dozenten

Personal Das Personal (Berufsgruppen), die für die Durchführung der Schulung benötigt werden.

k.A.

Qualifikation des Personals Zur Qualifizierung der Schulungsleiter ist eine Fortbildung (z. B. in Form eines Train-The-Trainer-Seminars) empfohlen oder voraussgesetzt.

Es besteht die Möglichkeit, an einer MoVo-Schulung teilzunehmen (s. Fortbildung).

Besonderheiten Gibt es bezüglich des Personals Besonderheiten zu beachten?

Vorausgesetzt wird Vertrautheit mit dem theoretischen Hintergrund des MoVo-Prozessmodells und Erfahrungen in der Durchführung von Programmen auf der Basis des Selbstmanagement-Ansatzes und Kleingruppenarbeit.

Ausstattung und Materialien

Materialien der Schulung In der Schulung enthaltene Materialien.

CD-ROM mit Begleitmaterialien (Vorlagen für Plakate, Flipcharts und Bewegungsbuch der Teilnehmer)

Räumliche Voraussetzungen Sind zur Durchführung besondere Räumlichkeiten oder Einrichtungsaspekte notwendig?

Tische bzw. Schreibunterlagen

Besondere materielle Voraussetzungen Sind zur Durchführung besondere Gerätschaften oder Gegenstände notwendig?

k.A.

Evaluation und Publikationen

Evaluation Beschreibung der Evaluationsstudie zum Programm (falls vorhanden).

Quelle

1) Göhner, W., Seelig, H. & Fuchs, R. (2009). Intervention effects on cognitive antecedents of physical exercise: a 1-year Follow-up study. Applied Psychology: Health and Well-Being, 1 (2), 233-256.

Katholische Universität für angewandte Wissenschaften, Universität Freiburg

2) Fuchs, R., Göhner, W. & Seelig, H. (2009). Long-term effects of a standardized group intervention on physical exercise and health: the MoVo concept.

Universität Freiburg, Katholische Universität für angewandte Wissenschaften

Die beiden genannten Publikationen beziehen sich auf die gleiche Evaluation: 1) Beschreibung der Auswirkungen auf die psychologischen Konstrukte 2) Beschreibung der Auswirkungen auf das Bewegungsverhalten

Beteiligte

DRV-Rehazentrum Schömberg

Evaluationsart

summativ

Design

sequenzielles Kontrollgruppendesign

Stichprobe

körperlich-inaktive, chronisch orthopädische Patienten in der stationären Rehabilitation

Kontrollgruppe

  • Kontrollgruppe (KG): Standard-Rehabilitation
  • Interventionsgruppe (IG): Standard-Rehabilitation + MoVo-LISA

Gruppenzuweisung

Zuweisung über Zeitstichproben (November 2005 bis März 2006: KG; Mai 2006 bis Juli 2006: IG)

Gruppengröße

  • Längsschnittstichprobe: N=220, n=132 (KG), n=88 (IG)

Es finden sich keine Unterschiede im Hinblick auf soziodemographische Variablen mit Ausnahme des Alters.

Katamnese

  • t1: 2 Wochen vor Reha
  • t2: Ende der Reha
  • t3: 6 Wochen nach Reha
  • t4: 6 Monate nach Reha
  • t5: 12 Monate nach Reha

Erhebungsinstrumente

1) Psychologische Konstrukte:

  • Selbstwirksamkeitserwartung
  • Ergebniserwartung
  • Stärke der Zielintentionen
  • Selbstkonkordanz der Zielintentionen
  • Realisierungsabsicht
  • Absichtsabschirmung

2) Körperliche Aktivität (Art, Frequenz, Intensität und Dauer der Aktivität)

3) Schmerzempfinden

Schulungsleiter

Durchführung durch 5 geschulte Klinikmitarbeiter (4 Physiotherapeuten, 1 Psychologe)

Primäre Zielgrößen

1)

  • Bei Vergleich von t1 (2 Wochen vor Reha) und t3 (6 Wochen nach Reha) ist mit Ausnahme der Variable Selbstkonkordanz ein signifikant stärkerer Anstieg in der IG in allen untersuchten Variablen zu verzeichnen.

  • Diese Interventionseffekte erweisen sich im Hinblick auf den Erhebungszeitraum t3 (6 Wochen nach Reha) - t4 (6 Monate nach Reha) als stabil. Die Unterschiede zwischen IG und EG verringern sich zwar, bleiben aber auf deskriptiver Ebene deutlich unterscheidbar. Der signifikante Unterschied zwischen IG und EG bleibt zu t4 (6 Monate nach Reha) in den Variablen Selbstwirksamkeitserwartung, Ergebniserwartung, Stärke der Zielintentionen, Realisierungsabsicht und Absichtsabschirmung bestehen. Dies gilt ebenso für die Variablen Stärke der Zielintentionen, Realisierungsabsicht und Absichtsabschirmung zum Zeitpunkt t5 (12 Monate nach Reha).

  • Effektgrößen werden nicht berichtet.

2)

  • körperliche Aktivität: Minuten/ Woche: Zum Zeitpunkt t3 (6 Wochen nach Reha) steigert die IG das Ausmaß ihrer körperlichen Aktivität stärker als die KG, während der Abfall in der körperlicher Aktivität zum Zeitpunkt t4 (6 Monate nach Reha) geringer ausfällt (in der IG). Auch zum Zeitpunkt t5 (12 Monate nach Reha) beträgt der Unterschied in der körperlichen Aktivität zwischen IG und KG immer noch 28,5 Min/Woche.

  • körperliche Aktivität: ≥ 60 Minuten/Woche: Zum Zeitpunkt t5 (12 Monate nach Reha) waren noch 50% der IG mindestens 60 Minuten/Woche körperlich aktiv, jedoch nur 33% in der KG.

  • Schmerzempfinden: Zum Zeitpunkt t2 (Ende der Reha) hat sich in der IG und der EG das Schmerzempfinden gleichermaßen verringert. Während das Ausmaß des Schmerzes in der IG im Erhebungszeitraum t2 (Ende der Reha) – t5 (12 Monate nach Reha) konstant bleibt, steigt es in der KG langsam wieder an.

Weitere Zielgrößen

Nicht signifikante Ergebnisse werden berichtet.

Diskussion

Limitationen:

  • Das Studiendesign erlaubt keine differenzierten Aussagen zur Wirksamkeit der verschiedenen Programmteile von MoVo-LISA.
  • Durch die fehlende Randomisation der Teilnehmer können auch andere Faktoren als das durchgeführte Treatment für die Unterschiede zwischen IG und EG verantwortlich sein.
  • Durch das zeitlich versetzte Kontrollgruppendesign wurden die Patienten zu unterschiedlichen Jahreszeiten aus der Klinik entlassen. Damit erscheinen Auswirkungen auf das Bewegungsverhalten im Follow-up-Zeitraum möglich. Anhaltspunkte dafür ließen sich jedoch nicht finden.
  • Es ist nicht auszuschließen, dass in der IG sozial erwünschte Antworten abgegeben wurden. Dies erscheint insbesondere bei den Einzelgesprächen denkbar.

Sonstige Publikationen Übersichtsartikel, Poster, Pressemitteilungen etc.

k.A.

Fortbildung (Trainer (TTT)-Seminare)

TTT-Angebot zum Programm Existiert ein externes Fortbildungs (Train-The-Trainer)-Angebot zum Schulungsprogramm?

ja

Verweis auf TTT-Angebot Wer führt die TTT-Maßnahme durch? Wo ist zusätzliche Information zu finden?

Ansprechpartnerin:
Dr. Wiebke Göhner
goehner@kfh-freiburg.de

www.movo-konzept.de

Beschreibung in der TTT-Börse des Zentrums

Sonstiges

Anmerkungen gesamt Anmerkungen zum gesamten Schulungsprogramm

Dem Bewegungsbuch liegt ein Evaluierungsbogen bei, der sechs Wochen nach Programmende von den Teilnehmern auszufüllen und an den Gruppenleiter zurückzusenden ist.

Stand der Information Wann wurde dieser Steckbrief erstellt?

27.02.2007

Bitte beachten Sie:
Die Daten und Beschreibungen zu den Schulungsprogrammen wurden von uns intensiv geprüft. Wir können dennoch keine Garantie für die vollständige Richtigkeit und Aktualität der hier dargestellten Information geben. Sollten Sie einen Fehler oder eine Unschlüssigkeit finden, freuen wir uns über konstruktive Rückmeldungen an kontakt (AT) zentrum-patientenschulung.de.

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© Zentrum Patientenschulung - Letztes Änderungsdatum dieser Seite: 06.03.2017